• Ein Wochenende zweiter Klasse

    Also, ich war nicht in Paderborn beim Zweitligaspiel am Sonntag. Stattdessen war ich am Samstag Nachmittag dort, wo ich am Samstag Nachmittag hingehöre, nämlich im Bruchwegstadion. Für nur 7 € durfte ich mich auf die gepolsterten Sitze der Haupttribüne kuscheln, Beine über die Rücklehne des Vordersitzes, richtig bequem, dazu ein Bier, und auf dem Platz besiegte Mainz II in der Oberliga Kaiserslautern II. Wir sind in der Oberliga ja sowas von Tabellenführer - da träumen die Profis nur von! Leider kannte ich keinen der Spieler. Da die keine festen Rückennummern haben, hätte ich mir an der Kasse die Mannschaftsaufstellung holen müssen. Wer soll das ahnen, als Oberligaanfänger. Na, das lern ich schon noch.

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  • September in West-Kanada

    Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herren erkenne ich nunmehr an, dass der Herbst da ist, trotz des immer währenden Sonnenscheines hier in Mainz, wo überraschender Weise Mainz 05 gerade gegen Erzgebirge Aue zu gewinnen scheint, obwohl wir zunächst lange und verdient 0:1 zurück lagen. Nun denn, ich versprach, im Herbst wieder bloggen zu wollen. Es sei. In der Zwischenzeit habe ich mich nicht nur in meinem Job gut eingelebt.

    Ich war auch im Urlaub, in Kanada (Britisch Columbia und Alberta). Wetter wie im September in D (also beinahe Sommer), jede Menge Landschaft und noch mehr wilde Tiere (Bären, Wölfe, Rentiere, Streifenhörnchen, Lachse... alles in echt und frei gesehen). Die Leute nennen dich alle "Guys" oder "Folks", fahren gerne gepflegte US-Oldtimer, und sind ansonsten europäisch-entspannt. Die übertriebenen Sicherheitshinweise am Straßenrand und auf allen käuflichen Produkten, das debile Grinsen (soll Freundlichkeit suggerieren) bei jedem Kundenkontakt und andere Kleinigkeiten, die mir im ansonsten auch sehr schönen USA-Urlaub vor drei Jahren auf die Nerven gingen - all das fehlte in Kanada völlig. Ich finde die Kanadier sehr nett und sehr normal. Da fliege ich bestimmt wieder hin. Wüste gibt's da sogar auch (für fast niemanden wichtig, gehört aber für mich zum perfekten Urlaub).

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  • Keine Zeit

    Puh, ist das ein anstrengender Sommer!

    Neuer Job, das heißt halt nicht nur täglich ca. acht Stunden Arbeit plus Mittagspause, sondern auch noch Hin- und Rückfahrt von je ca. einer Stunde, wenn alle Züge pünktlich sind und ich keinen Anschluss verpasse. Meistens verpasse ich einen auf der Rückfahrt, so dass diese dann anderthalb Stunden dauert.

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  • Blütenendfäule

    Heute habe ich sechs Tomaten geerntet. Sie hatten alle einen mehr oder weniger großen grünen bis braunen Fleck an der Unterseite und waren, von diesem ausgehend, innen vertrocknet. Ich konnte jeweils noch etwa die Hälfte der Frucht nutzen.

    Dann habe ich im WWW nachgeschaut, was meinen Tomaten wohl haben könnten. Hier ist es schön beschrieben und bebildert. Meine Tomaten schreien nach Kalzium und/oder regelmäßigerer Bewässerung. Weitere sechs bereits befallene unreife Tomaten habe ich blutenden Herzens weggeschmissen.

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  • Zwei Wochen und ein Tag im Software-Service

    Seit Montag, dem 2. Juli, arbeite ich nicht mehr im Software-Vertrieb. Ich bin jetzt im Service, das heißt: im Support, bei einer anderen Software-Firma. Wie heißt das eigentlich auf richtig Deutsch? Ah ja, ich arbeite im Dienst, das heißt: in der Unterstützung, bei einer anderen Weichware-Firma. Was für ein Quatsch. Besser, ich beschreibe, was ich tue:

    Meine Firma stellt Unternehmenssoftware her. Sie hat Partnerfirmen, die diese Software verkaufen und beim Kunden die Einführungsprojekte durchführen. Diese Partnerfirmen schulen ihre Kunden selbst und helfen bei kleineren Problemen. Bei größeren Problemen, wenn sie selbst nicht mehr weiter wissen, wenden sich die Partner an den Second-Level-Support. Der ist direkt beim Hersteller angesiedelt. Das bin zum Beispiel ich.

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  • Rattenbabys

    "Oh, wie süß, da ist ein Mäuschen in meinen fleißigen Lieschen", sprach ich, am Fenster stehend, ins Telefon. Vom Klang meiner Stimme aufgeschreckt, rannte das Mäuschen davon, aufs Nachbargrundstück, und nahm sein ebenso putziges Geschwisterchen mit. "Ich habe sogar zwei Mäuschen in den Lieschen", sprach ich begeistert ins Telefon, "nein, drei", weil nämlich noch ein Nachzügler davon rannte. "Graue Mäuschen, in den Lieschen. Wie süüüüüß."

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  • Liebe Kollegen schenken Schönes

    Uff, ich habe zum Abschied von meiner alten Firma keinen Gartenzwerg bekommen. Fast hatte ich mich selbst schon davon überzeugt, dass derartiges Ungemach droht. :DD

    Nee, einen Gutschein zum selbst Einkaufen in einem Gartencenter haben sie mir besorgt, die Guten. Mein letzter Tag ist zwar erst übermorgen, aber heute haben wir schon offiziell meinen Abschied, na ja, begangen, weil ab morgen zwei Kollegen im Urlaub sind. So, ihr Lieben, und hier ist nun der Beweis dafür, dass Euer Gartengutschein bei mir in guten Händen ist:

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  • Süßkirschenschwemme

    Die Nachbarn meines Kollegen haben einen Kirschbaum. Der Kollege sah jeden Tag vor seinem Wohnzimmerfenster die Kirschen reif und reifer werden. In der letzten Woche wurden sie überreif. Da hat er den Nachbarn gefragt, ob er denn die Kirschen nicht ernten möchte. Nö, sagte der Nachbar, er hätte schon zu viele gehabt. Aber der Kollege dürfe gerne den Rest runterholen. Dazu hat er mich eingeladen. Die meisten Kirschen waren schon verfault, braun oder würmchenstichig. Doch habe ich noch ca. 2 kg süßer, schwarzroter Kirschen mit nach Hause gebracht. Und bin satt. Denn nach der Ernte, bei der auch einiges direkt im Magen landete, haben wir dem Nachbarn noch einige Mundvoll Himbeeren geklaut. Ich liebe den Sommer. Aber das habe ich, glaub ich, schon 1.000 mal gesagt. Zurück zu den Kirschen:

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  • Vom Sinn des Sterbens

    Vor drei Jahren haben wir zusammen Theater gespielt. Vor zwei Jahren wurde bei ihm eine schwere Krankheit diagnostiziert. Ungefähr seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen (wir hatten nur übers Theater miteinander zu tun). Doch war ich immer in seinem großen E-Mail-Verteiler. Heute kam eine E-Mail von ihm. Seine Frau muss sie abgeschickt haben. Die Mail enthielt nämlich keinen Text, sondern nur einen PDF-Anhang, und dieser war seine Todesanzeige.

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  • Steuererklärung

    Ich hasse mich (nein nein, nicht wirklich, nur manchmal ein bisschen), also wie gesagt, ich hasse mich für meinen Mangel an Selbstdisziplin und für meine Entscheidungsfreude, die manchmal schlicht nicht vorhanden ist.

    Wie jedem steuerzahlenden Einwohner Deutschlands ist mir
    der Abgabetermin für die Steuererklärung bekannt: der 31.5. Und ich weiß auch, dass man Aufschub beantragen kann. Das habe ich aber nicht getan, weil ich wild entschlossen war: Entweder schaffe ich es selbst bis zum 31., oder ich gehe zur Steuerberaterin.

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